Rasseportrait

Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever

 

 

Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever, kurz "Toller", der Kleinste der 6 Retrieverarten mit dem langen Namen, kommt aus Kanada. Er ist ein mittelgroßer, kraftvoller und gut bemuskelter Hund mit hohem Maß von Flinkheit, Wachsamkeit und Entschlossenheit!

 

 

Rüden 45-53 cm und Hündinnen 40-45 cm Widerristhöhe

Die Fellfarbe kann von rot bis orange variieren mit deutlichen weißen Abzeichen an Pfoten, Schwanzspitze, Brust und dem Gesicht! Das Fehlen von weißen Abzeichen ist allerdings kein Fehler!

 

FCI Gruppe 8 , Sektion 1: Apportierhunde

 

Wesen:

Der Toller ist ein sehr temparamentvoller, quirliger, arbeitsfreudiger und intelligenter Hund mit Will-to-please (will gefallen!) und ausgeprägtem Apportiersinn zu Land und Wasser! Er ist ein stark befähigter Schwimmer und durch seine sehr verspielte Art bis ins hohe Alter hinein, wurde er, wie es der Name schon verrät, als "Enten anlock und apportier" Hund gezüchtet. Das "Tolling" am seichten Wasser hat die Enten neugierig gemacht und herangelockt!

 

Der Toller ist ein Arbeitshund der geistige sowie körperliche Arbeit braucht und sich daher NICHT als reiner Familienhund und auch nur bedingt als Ersthund eignet! Wird er gut ausgelastet, so ist er ein zufriedener, ausgeglichener und treuer Begleiter.

Er ist allerdings intelligent genug sich ansonsten seine "Auslastung" selbst zu suchen, was dann meist nicht im Sinne des Besitzers ist :-)

 

Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever liebt es zu Arbeiten, fast egal, welche Art von Arbeit man ihm anbietet, sei es Apportiertraining (zB Dummytraining), jede Art von Hundesport (zB. Agility, Dogfrisbee ...) oder auch Gehorsamkeitstraining (zB Obedience, Trickdogging ...) - der vielseitige Toller ist ein echter "Allrounder" und mit Freude, Eifer und Konzentration dabei! Er ist bei der Arbeit sehr aufmerksam und lernt sehr schnell, daher ist eine gute, konzentrierte, nicht aggressive aber liebevoll konsequente Führung sehr wichtig. Kleinste Veränderungen in der Körpersprache oder Mimik reichen meist aus, um den Toller zu lenken! Der Hundeführer sollte seinem Toller immer einen Schritt voraus sein und genau wissen was er jetzt und warum tut - allerdings ist das bei der schnellen Auffassungsgabe dieser kleinen Flitzer nicht immer so einfach! Das Training selbst sollte immer Abwechslungsreich und spannend aufgebaut sein, da sich der Toller ansonsten vielleicht anfängt zu langweilen! Die Ausbildung erfordert daher von den Hundeführern ein hohes Ausmaß an Körperbeherrschung (der Toller ist ein Meister darin, die Körpersprache seines Besitzers zu lesen), Flexibilität, Kreativität und präzisem Timing! Man sollte das Training abwechslungsreich und interessant gestalten. Der Toller testet gerne mal seine Grenzen aus, hat man aber erstmal herausen, wie man mit ihm umgehen muss, so wird er ein sehr verlässlicher Partner in allen Lebenslagen sein! Die beste Bestätigung ist "Spiel" - zusätzliche Motivation braucht der Toller nicht - davon bringt er meist mehr als genug selbst mit!

 

Wichtig ist auch, dass man seinem Toller lernt zu "ruhen" und immer wieder längere "Ruhezeiten" für ihn einplant, da er sonst zu leicht "hoch" pusht! Ein Toller soll nicht rund um die Uhr beschäftigt werden - ein gutes Mittelmaß an Arbeit, Spiel & Spass, sowie Ruhe und Pause sind Voraussetzung für ein ausgeglichenes, glückliches Tollerherz!

 

Fremden gegenüber kann (muss aber nicht) der Toller eher "Retriever-untypisch" erst mal etwas reserviert und zurückhaltend sein - hat er allerdings erst einmal wen in sein Herz geschlossen, so vergisst er ihn auch über Jahre der Trennung hinweg nicht!

Seiner Umwelt gegenüber ist er aufmerksam und wachsam, sollte sich aber nicht aggressiv oder schreckhaft zeigen. Eine gute Sozialisierung im Welpenalter ist sehr wichtig!

 

Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever eignet sich für Leute die gerne mit ihm arbeiten wollen und auch werden, kreativ beim Training sind, keine Schärfe oder Aggression in der Erziehung und beim Training zeigen und ihm auch den engen Familienanschluss bieten können, den der Toller auch braucht! Der Toller geht dabei eine sehr enge Beziehung mit seiner Bezugsperson ein! Wer mit ihm arbeitet, der gewinnt auch sein Herz! Zwingerhaltung ist für ihn nicht zumutbar!


MACHE VIEL MIT IHM - UND ER WIRD VIEL FÜR DICH TUN!

MACHE NICHTS MIT IHM - UND ER MACHT NICHTS!

 

Stellungnahme der DRC Züchter - bitte lesen:


Sehr geehrte Freunde und Interessenten der Rasse Nova Scotia Duck Tolling Retriever,

anlässlich der kürzlich ausgestrahlten Sendung „Stern TV“, in der unter anderem über den Toller berichtet wurde, möchten wir Sie zu den dort getroffenen Aussagen informieren.


Im Deutschen Retriever Club e.V. (im Folgenden „DRC“), gegründet 1963, wird die Rasse Nova Scotia Duck Tolling Retriever seit 1996 erfolgreich gezüchtet (aktuell 26 Zuchtstätten, 30 eingetragene Deckrüden, Stand 11/2010).



Ende 2008 wurde in Deutschland ein weiterer Tollerzucht-Verein vom Verband für das Deutsche Hundewesen e.V. (im Folgenden „VDH“) vorläufig anerkannt, der TCD e.V. (aktuell 8 Zuchtstätten und 4 Deckrüden und damit der weltweit kleinste und jüngste Tollerzuchtverein). Kurz nach der Anerkennung ihres Toller-Zuchtvereines erklärten die Vorsitzenden des TCD, die Rasse sei in extrem hohem Maße von Krankheiten betroffen und werde in absehbarer Zeit aussterben, weil sie so stark ingezüchtet sei. Deshalb müsse man eine andere Rasse einkreuzen.
Diesem Antrag wurde vom VDH bislang nicht zugestimmt.
Auch international erfährt dieser Plan keine Unterstützung. Das Mutterland der Rasse, Kanada, lehnt dieses Vorhaben strikt ab.


In der Folge kam es zu Auftritten und Aktivitäten des TCD-Vereinsvorstandes in verschiedenen Medien. Die dort gemachten Aussagen haben viele Tollerfreunde verunsichert.


Hier möchten wir, als ältester Zuchtverein für den Toller in Deutschland mit aktuell rund 500 gezüchteten Tollern (Stand Herbst 2010), Ihnen unsere Informationen an die Hand geben:


Wie sieht es mit der gesundheitlichen Situation beim Toller aus?


Der Toller ist eine insgesamt gesunde, robuste und unempfindliche Rasse.
Die meisten Toller erreichen ein Alter zwischen 10 und 15 Jahren, wobei auch noch ältere Toller nicht selten sind. Der Toller ist ein sportlicher, „wetterfester“ und oft bis ins hohe Alter aktiver Hund, der ursprünglich für den Jagdgebrauch unter rauen Klimabedingungen gezüchtet wurde.


Viele Erkrankungen, mit denen andere Rassen zu kämpfen haben, kommen beim Toller kaum oder gar nicht vor. Wie bei allen anderen Hunderassen gibt es gleichzeitig aber auch Erkrankungen, die im Vergleich mit anderen Rassen häufiger sind und gelegentlich Toller betreffen. Im DRC verfolgen wir eine engmaschige Überprüfung der Gesundheit unserer Zuchttiere und deren Nachzucht.



Im beispielhaft analysierten Zeitraum von 2004 bis 2008 fielen 35 Würfe mit 218 Welpen, wovon 214 aufgezogen werden konnten.


- Davon wurden knapp 80% auf Hüftdysplasie und Ellenbogendysplasie untersucht, mit folgender Auswertung:
Hüftdysplasie: 53,2% HD „A“, 39,2% HD „B“, 5,8% HD „C“, 1,8% HD „D“.


Damit sind 98,2% im Zucht tauglichen Bereich.

Ellenbogendysplasie: 5 Hunde (2,3% der untersuchten) wurden mit „ED Grenzfall“ bzw. „ED Grad 1“



ausgewertet, alle anderen = 97,7% waren „ED frei“.


Der Gelenkstatus unserer Toller ist damit sehr gut!



- Die Nutzung moderner Gentests ermöglicht es uns heute auch, bestimmte Erkrankungen der Augen zuverlässig ausschließen zu können.


- Die Anzahl der von einer im Jugendalter auftretenden Autoimmunerkrankung (z.B. SRMA) betroffenen Hunde liegt in diesem Vergleichszeitraum bei 5%. Das bedeutet, dass



95% der in diesem Zeitraum im DRC gezüchteten Toller frei von dieser Erkrankung sind!



Bei keinem einzigen in diesem Zeitraum verstorbenen erwachsenen Hund ist die Todesursache auf eine Autoimmunerkrankung zurückzuführen. Die Haupttodesursache ist, wie in der gesamten Hundepopulation,

Krebs in seinen unterschiedlichsten Formen, der in der Regel beim älteren Hund auftritt.



Wir Tollerzüchter im DRC betrachten unsere Zucht mit kritischer Sorgfalt. Offenheit und ein wechselseitiger Austausch gewährleisten, dass wir auf mögliche auftretende Probleme kurzfristig im Sinne eines modernen Zuchtmanagements reagieren können.

Wir beteiligen uns aktiv an der Entwicklung von Gentests, die in der Zukunft ein noch gezielteres züchterisches Vorgehen zur Vermeidung von selten auftretenden Autoimmunerkrankungen ermöglichen könnten. Im Gegensatz zur isolierten Vorgehensweise des TCD e.V. setzen wir im DRC auf internationale Kooperation sowie auf einen engmaschigen Informationsaustausch mit anderen Toller-Zuchtvereinen, insbesondere auch mit dem Mutterland der Rasse.



Wir halten die internationale Zusammenarbeit für den notwendigen und richtigen Weg, um kompetent über den Stand unserer Rasse und über mögliche züchterische Maßnahmen befinden zu können.



Sie können darauf vertrauen, von einem DRC-Züchter zu all' Ihren Fragen zur Gesundheit des Tollers umfassend informiert zu werden!



Wie sieht es mit der Inzuchtsituation beim Toller aus?



Wir Tollerzüchter im DRC verwenden auf die Auswahl der eingesetzten Zuchtpartner höchste Sorgfalt und streben größtmögliche Vielfalt an. In unserem züchterischen Vorgehen berücksichtigen wir den relativ kleinen Genpool unserer Rasse. Ein mitunter erheblicher Reise- und Kostenaufwand für den Einsatz des passenden Deckrüden wird von uns nicht gescheut.



Im Beispielzeitraum 2004 bis 2008 kamen für 35 Würfe 31 unterschiedliche Deckrüden zum Einsatz, womit wir in unserer Zucht sehr deutlich über der bei anderen Rassen anzutreffenden Vielfalt liegen.



Die eingesetzten Deckrüden kamen aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Kanada, den Niederlanden,


Norwegen, Schweden, der Schweiz und den USA.



Der berechnete Inzuchtkoeffizient für diese Verpaarungen lag zwischen 0,00% (13 mal!) und 4,88%. (über 6 Generationen gerechnet). Über 10 Generationen gerechnet lag der Wert zwischen 3,72% und 16,31%, bei 19 Würfen war dieser Wert <10%.



Das rechnerische Rückverfolgen des Verwandtschaftsgrades bis auf die angenommenen Gründertiere der Rasse, wie vom TCD e.V. angeführt, ergibt zwangsläufig, wie bei jeder Hunderasse!, einen entsprechend höheren Wert. Dabei kann das Ergebnis nur so korrekt sein wie die Datengrundlage.



Stammbaumanalysen bis zu den Gründertieren hin unterliegen einer hohen Fehlerquote, da die Richtigkeit der Stammbäume aus den frühen Jahren der Rasse nicht immer gewährleistet ist und verschiedene Einkreuzungen in den Rasseanfängen wahrscheinlich sind.

Der DRC wurde zu keinem Zeitpunkt nach Datenmaterial für diese Studie gefragt.
In seiner Darstellung der „dramatischen genetischen Verarmung“ des Tollers bezieht sich der TCD e.V. auf die Studie von Frau Dr. MÄKI. Ihre Angaben zur Anzahl der DLA-Haplotypen in der Rasse, aus der die angeführten Schlüsse über die als zu gering unterstellte genetische Variabilität der Toller gezogen werden, gelten heute als nicht mehr aktuell. Eine größere genetische Vielfalt der Rasse als in der Studie dargestellt gilt als belegt.


Ab 01.01.2011 wird es für alle Tollerzüchter im DRC e.V. verpflichtend, von allen Zuchttieren Blutproben zur dauerhaften Einlagerung an die Firma Generatio einzusenden. Die daraus extrahierte DNA kann zur DLA-Haplotypisierung verwendet werden, die uns eine Bestandsaufnahme der genetischen Vielfalt in der deutschen Tollerpopulation ermöglichen kann. Unser züchterisches Vorgehen passen wir fortlaufend modernen Erkenntnissen an – bei Bedarf zeitnah, aber gleichzeitig wohl überlegt und besonnen.


International langjährig erfahrene Tollerzüchter sowie mit der Rasse vertraute Spezialisten der Populationsgenetik sehen derzeit keine Notwendigkeit zur Einkreuzung einer anderen Rasse und raten, aufgrund der damit verbundenen Risiken und Unwägbarkeiten, dringlich davon ab.

Die extrem negative Darstellung der Rasse durch den TCD e.V.,
in dem aktuell weiterhin reinrassige Toller gezüchtet werden, können wir nicht nachvollziehen.


Die vom Vorstand des TCD e.V. vorgebrachten Äußerungen stoßen international auf großes Unverständnis.



Wir Tollerzüchter im DRC möchten unsere Rasse weiterhin mit kritischer Aufmerksamkeit betrachten und die Qualität unserer Toller wie bislang sorgfältig überprüfen. Wir fühlen uns dem Anspruch verpflichtet, den Sie als Rasseinteressenten an uns stellen dürfen: Toller zu züchten, die in allen Aspekten dem Rassestandard entsprechen (rassetypisches Wesen, Erscheinungsbild sowie rassetypische Anlagen), bei größtmöglicher Sorgfalt und Beachtung gesundheitlicher Aspekte.


Für Ihre Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung!




Ihre Tollerzüchter im DRC e.V.